Ist die Riester-Rente sinnvoll?
Die Riester-Rente ist seit nunmehr 10 Jahren in aller Munde, und zwar so sehr, dass sich im allgemeinen Sprachgebrauch sogar das Verb „riestern“ herausgebildet hat. Aber heute, wo fast jeden Tag über Renten, gesetzlich und privat, und die ständige Erhöhung des Renteneintrittsalters geredet wird, kann es leicht passieren, dass man den Überblick verliert und nicht mehr weiß, welche unterschiedlichen Vorsorgeformen es gibt, welche Nachteile und Vorteile diese haben und nicht zuletzt, was sie überhaupt bedeuten. Deshalb habe ich hier eine synthetische und einfache Erklärung mit allen wichtigen Informationen zur Riester-Rente erstellt, dessen Hauptziel es ist, eine Antwort auf die Frage zu geben, ob die Riester-Rente überhaupt sinnvoll ist.
Riester-Rente: Was ist das?
Die Riester-Rente besteht seit dem 1. Januar 2002 und ist eine Möglichkeit zur privaten Altersvorsorge auf freiwilliger Basis. Man kann sie jederzeit abschließen und zahlt monatlich einen Beitrag in eine private Rentenversicherung, einen Banksparplan oder einen Fonds ein. Diese Beiträge werden vom Staat mit bestimmten Zulagen bezuschusst. Eingeführt wurde die Rente, als die gesetzliche Rente herabgesetzt wurde und um dennoch dem Bürger später eine ausreichende Rente sichern zu können, will der Staat das private Sparen für die Rente fördern, indem er etwas dazugibt.
Konkret setzt sich die Riester-Rente aus den folgenden Summen zusammen:
- Sparbeiträge
- Grundzulage
- Kinderzulage
- Steuervorteile (Beiträge und Zulagen können am Ende jeden Jahres von der Steuer abgesetzt werden und sind somit ein nicht steuerpflichtiger Teil des Einkommens)
- Rendite je nach gewähltem Sparplan (Fonds, Versicherung....)
Das Gute ist, dass am Ende mindestens die eingezahlten Beiträge und alle Zulagen ausgezahlt werden, egal bei welcher Anlageform. Denn dafür besteht eine Mindestgarantie; das heißt mindestens dieses angesparte Geld wird am Ende auch als Rente ausgezahlt.
Welche Form der Riester-Rente?

Die meisten Deutschen haben sich für eine Riester-Rente in Form einer privaten Rentenversicherung entschieden, dann kommt der Banksparplan und dann der Fondssparplan. Daneben gibt es aber auch noch Bausparpläne und Bauspardarlehen zum Riester-sparen. Wenn man sich über seine Möglichkeiten informieren möchte, dann wendet man sich entweder an seinen Versicherer oder an seine Bank, die einem dann die angebotenen Riester-Sparpläne erklären.
Aber ich erläutere kurz die Eigenschaften und Vor- und Nachteile der drei Hauptanlageformen:
| Anlageform | Rentenversicherung | Banksparplan | Fondssparplan |
| Das Produkt |
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| Rendite |
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| Kosten |
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| Garantie |
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| Für |
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Besonders wichtig, wenn man sich für eine klassische Rentenversicherung entscheidet, ist es einen finanzstarken Anbieter auszuwählen (am besten die Beurteilungen und das Ranking der Versicherer lesen!), denn dann bekommt man später oft ein Viertel mehr Geld ausgezahlt, als bei eher finanzschwachen Anbietern. Zudem sollte man auf eine hohe garantierte Mindestrente achten (Anbieter vergleichen) und auf geringe Kosten für Abschluss und laufende Kosten.
Mindesteigenbeitrag

Um von der vollen staatlichen Förderung zu profitieren, muss man einen monatlichen Mindestbeitrag einzahlen. Liegt man darunter, wird auch die Förderung gekürzt. Der jährliche Mindestbeitrag berechnet sich aus 4% des vorjährigen Jahresbruttoeinkommens (darin ist die Förderung aber inbegriffen. Wenn ich also letztes Jahr 30000 brutto verdient habe, muss ich dieses Jahr 1200 Euro Mindestbeitrag einzahlen (=4%). 1046 Euro davon zahle ich und 154 der Staat in Form der Zulage.
Für alle, die arbeitslos sind oder Geringverdiener oder Hausfrauen oder Studenten, beträgt der Mindestbeitrag 60 Euro im Jahr, also 5 Euro monatlich, um alle Förderungen zu erhalten. Dies allerdings nur, wenn man auch gesetzlich rentenversichert ist!
Zulagen
Wenn man den Mindestbeitrag zahlt, kann man auch von den vollen Förderungen profitieren, also Grundzulage und Kinderzulage:
Zulage |
| Vor 2008 geboren | Nach 2008 geboren |
Grundzulage | 154 Euro jährlich |
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Kinderzulage |
| 185 Euro jährlich | 300 Euro jährlich |
Die Kinderzulage versteht sich pro Kind. Wenn man also zwei nach 2008 geborene Kinder hat, dann bekommt man jährlich 600 Euro Riesterzulage. Die Zulage wird im Normalfall der Mutter gutgeschrieben, auf Antrag auch dem Vater.
Zusätzlich können junge Berufseinsteiger bis 25 Jahre durch das Berufseinsteigerbonus von einer einmaligen Extra-Zulage von 200 Euro im Jahr des Vertragsabschlusses profitieren.
Lohnt sich die Riester-Rente?
Abschließend will ich eine Bilanz ziehen, um Ihnen die Frage zu beantworten, ob riestern denn nun sinnvoll ist oder nicht.
Vorteile
- Die Rentenversicherung wird staatlich gefördert und man erhält Zuschüsse zu den eigenen
Beiträgen. - Mindestgarantie: die Auszahlung zumindest der Beiträge und Zulagen wird garantiert
- Man profitiert von Förderungen auch für Kinder (Kinderzulage).
- Die Beiträge sind am Ende jeden Jahres in der Einkommenssteuererklärung absetzbar.
- Stirbt der Riesterversicherte vor dem Ablauf der Auszahlungsphase, dann hat der Ehepartner das Recht, weiterhin die Riester-Rente zu beziehen, und zwar bis zur Auszahlung der kompletten Summe der Mindestgarantie.
Nachteile
- Die Auszahlungen in der Rentenphase müssen voll versteuert werden, entweder einmalig oder
monatlich. - Dadurch, dass die Rente dem Gesetzgeber unterliegt, können die Höhe der Zulagen und sonstige Bestimmungen ständigen Neuregelungen unterworfen sein und riestern wird dadurch unter Umständen nicht mehr attraktiv genug.
Zwar ist ein Riestervertrag erst einmal für jede förderungsberechtige Person attraktiv und lohnt sich aufgrund der staatlichen Förderungen. Aber unter Umständen kann eine klassische private Rentenversicherung ohne Riesterförderung günstiger sein, denn hier wird nur der Ertrag der ausgezahlten Rente besteuert, nicht die gesamte Summe, wie bei der Riester-Rente.
Das heißt, dass die über die staatlichen Zulagen eingeheimsten Vorteile unter Umständen durch hohe Steuern wieder zunichte gemacht werden oder man am Ende noch Verlust macht. Das trifft aber nur für besonders gut Verdienende Alleinstehende zu, da diese nicht von den Kinderzulagen profitieren, sondern nur von der Grundzulage, die dann am Ende durch hohe Steuern (da sie besser verdienend sind) aufgefressen wird.
Ein Alternative in diesem Fall ist aber auch, sowohl eine Riester-Rente mit geringem monatlichen Beitrag (Mindestbeitrag) abzuschließen und dazu noch eine klassische Rentenversicherung. So kann man zumindest trotzdem von den staatlichen Zulagen profitieren, die bei einer Laufzeit von 35 Jahren immerhin etwas mehr als 5000 Euro betragen.
Für Gering- und Normalverdiener wie mich hingegen lohnt sich die Riester-Rente aufgrund der staatlichen Förderungen auf jeden Fall!

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