Ein wahrer Reisender sollte “informiert reisen”

Ein Reisender sollte sich auf die geplante Reise, vorbereiten, in dem er sich alle Anregungen, die von der Reise selbst gegeben sind, bewusst macht. Er sollte seine Ziele im Hinblick auf die neue Erfahrung reifen lassen. Er sollte sich fragen: warum mache ich diese Reise? Was bietet das Land, das ich besuchen möchte? Eine reiche Geschichte? Schöne Landschaften? Kunstschätze? Interessante Formen menschlichen Zusammenlebens (reisen um neue Gesellschaftsformen kennen zu lernen, was für ein herrliches Abenteuer!)?

Allein schon die Gefühle, die aus der Kenntnis über die Geschichte eines Landes entstehen, können uns überzeugen, eine Erlebnisreise anzutreten.

Wenn man bedenkt, welche Suggestion die Besichtigung von Ruinen auslösen kann, wenn man sich vorstellt, dass an diesem Ort ein starkes und stolzes Volk in Wohlstand und Kultur lebte, das vielleicht den Lauf der Geschichte hätte ändern können. Der Macchu Picchu, in seiner unvergleichlichen Einsamkeit zwischen den Andengipfeln war sicher der letzte Zufluchtsort der Inka-Aristokratie auf der Flucht vor dem spanischen Feind. Lasst uns diese magische Ausgrabungsstätte besuchen, um die Straßen zu durchlaufen, um die Mauern zu berühren und um die Häuser zu betreten, in denen Menschen, welche die damals bekannte Welt beherrschten, ihre letzten Tage in Bitterkeit und Resignation beendet haben.

Die Kultur des Reisens ist ein komplexes Gebiet, das die tiefgehenden Gründe für das Bedürfnis nach Kenntnis beinhaltet. Selbst die Bedeutung des Wortes „Kenntnis“ reicht von all den Möglichkeiten, die von Geistesarbeit bis zu körperlicher Beteiligung wie sehen, schmecken, riechen usw. gehen.
Die Kultur des Reisens ist komplex, weil das Erlebnis des Reisens komplex ist. Wenn man die antiken ägyptischen Gräber des Tals der Könige besichtigt, wird man als erstes von der erbarmungslosen Kraft der afrikanischen Sonne getroffen, dann von der Kargheit der Steinwüste an dieser Fundstelle und zuletzt von der überwältigenden Feinheit der Polychromie der Fresken in den Innenräumen.


Erlebnisreisen führen nur dann zu wahren Erlebnissen, wenn das Wissen über die Geologie, Geographie, die Zoologie, die Botanik wie auch die Geschichte, die Architektur und die Literatur des Landes Voraussetzung sind. (kann man Irland besuchen, ohne etwas von seiner Musik und seiner Poesie zu kennen?)

Manchmal kann auch die Ortskunde dem Reisenden interessante Anlässe zum Nachdenken geben; davon hat man eine Vorstellung, wenn man an die schwierigen und gefährlichen Wege denkt, die in den Jahrhunderten zwischen 1200 und 1800 den westlichen Reisenden den Zugang zum Tibet ermöglichten.

Es gibt keinen kompletten Katalog der Disziplinen, die man kennen sollte, denn jedes Land und jedes Volk hat seine individuelle Geschichte, seine unnachahmliche Charakteristik, seine Seele, so dass sich jede Erlebnisreise von der anderen unterscheidet.

Jede Erlebnisreise hat seine Gründe, derer man sich bewusst sein muss, damit die Reise einen Sinn hat.

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